Regionalschulen
Stellungnahme des Landesschülerrates- MV zur geplanten Regionalen Schule
Der LSR- MV begrüßt ausdrücklich das Konzept des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Einführung einer Regionalen Schule.
Wir sehen bei konsequenter und engagierter Umsetzung des Konzepts die Regionale Schule als eine echte Alternative zum Gymnasium. Sie gilt dann nicht mehr nur ( wie heute Haupt- und Realschulen) als "Auffangstation" für Schüler die das Gymnasium nicht schaffen, sondern eröffnet durch praxis- und berufsorientierte Angebote neue Möglichkeiten. Schüler, die handwerkliche und kaufmännische Berufe anstreben erhalten so eine anwendungsorientierte und sie für diese Berufe vorqualifizierende Schulbildung.
Für besonders wichtig halten wir:
- ein Projekttag pro Woche mit regionalem Bezug
- Zusammenarbeit mit ortsansässigen Betrieben
- Schülerpraktika in den Jahrgangsstufen 8-10
- berufsbezogener Wahlpflichtbereich
- sozialpädagogische Kompetenz der Lehrkräfte, gefördert durch entsprechende Lehrerfortbildung
- Schulsozialarbeiter an allen Schulen
- flexible Bildung von leistungsdifferenzierten Gruppen oder Kursen
- zusätzliche, nicht fächergebundene Förder- und Teilungsstunden in den Klassen 5 und 6 (wünschenswert wären sie auch darüber hinaus)
- Bildung leistungsdifferenzierter Lerngruppen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik ab Klasse 7. Allerdings dürfen auch naturwissenschaftliche, gesellschaftswissenschaftliche und künstlerische Fächer nicht als Fächer zweiter Klasse behandelt werden, in dem hier auf eine Bildung leistungsdifferenzierter Lerngruppen verzichtet wird. Bildung darf nichteinseitig sein! Es gilt alle Kompetenzen der Schüler angemessen zu fördern
- Feststellung von Sach-, Medien-, Sozial- und Selbstkompetenzen durch die Leistungsfeststellung. Schüler erhalten so die Möglichkeit, sich eine persönliche „Visitenkarte“ zu verschaffen, die Qualitäten ausweist, welche Zensuren nicht darstellen können
- Öffnung der Schule am Nachmittag. Auch zu dieser Zeit muss Schule mit umfangreichen und interessanten Angeboten ihren Schülern eine sinnvolle Möglichkeit der Freizeitgestaltung bieten
- Schule darf nicht nur als Lernraum verstanden werden: Sie muss zugleich auch Lebensraum sein, der sich nicht von den Interessen und Lebenswelten der Schüler entfernt
"In Anbetracht der Tatsache, dass Mecklenburg-Vorpommern
ein Flächenland ist, dessen Einwohner-, und damit auch Schülerzahlen, stetig
zurückgehen und das des weiteren mit dem Problem der mangelnden Akzeptanz der
Haupt- und teilweise auch Realschulen konfrontiert ist, erscheint eine spezielle
Alternative zu den jetzigen Strukturen notwendig. Der LSR hält daher den
Zusammenschluss der Haupt- und Realschulen zur Regionalen Schule, verbunden mit
der Initiative "Handwerk an die Schulen", für ein sinnvolle Möglichkeit den
Problemen des Flächenlandes Herr zu werden ohne das dies auf Kosten der Qualität
der Bildung geht. Innerhalb der Regionalen Schule soll es von der Anforderung
her unterschiedliche A- und B-Kurse in jedem Fach und jeder Klassenstufe von 5
bis 9 geben. Auch Fächer wie Musik und Sport dürfen nicht als Fächer zweiter
Klasse behandelt werden, in dem man hier von einer Differenzierung und somit von
einerbesonderen Förderung der SchülerInnen absieht. Den unterschiedlichen
Leistungen und Bedürfnissen muss in jedem Fach entsprochen werden. SchülerInnen
sollen zum Ende jedes Schuljahres selbst festlegen, in welchem Fach sie im
folgenden Jahr auf Haupt- bzw. Realschulniveau unterrichtet werden wollen. Auf
dem Zeugnis darf keine Pauschalisierung der Leistungen erfolgen. Wer z.B. in
einem Fach im A-Kurs eine 2 erreicht hat, beidem darf das Fach nicht als ein im
B-Kurs mit 3 belegtes ausgewiesen werden, damit das Zeugnis als Haupt- oder
Realschulzeugnis eindeutig eingeordnet werden kann. Jedes Zeugnis soll
individuell und nicht eindeutig der Haupt- bzw. Realschule zuzuordnen sein. Es
muss für jedes Fach ersichtlich sein, ob der A- oder B-Kurs besucht wurde und
welche Leistung dort erzielt wurde - dies gilt auch für das Abgangszeugnis. Der
Abschluss nach der 9. oder der 10. Klasse soll erhalten bleiben.
Die Regionale Schule soll speziell der Vorbereitung auf die Berufsschule,
Berufsausbildung, die Fachoberschule, die Berufsfachschule, Höhere
Berufsfachschule und die Fachschule dienen und parallel zum Gymnasium
existieren. Der Erwerb des Abschlusses nach der 10.Klasse berechtigt nach wie
vor zum Besuch der Sekundarstufe 2 des Gymnasiums. Das Gymnasium dient speziell
der Vorbereitung auf die Fachhochschule, die Universität und auf die Ausbildung
zu höheren Ausbildungsberufen."

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Publikation
BiZ (Bildung ist Zukunft)
Grundsatzpapier
Ganztagsschule
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